Kastration der Hündin: Kosten, OP-Ablauf und was den Preis treibt
Die Kastration der Hündin ist ein planbarer Eingriff, aber ein größerer als beim Rüden: Die Bauchhöhle wird eröffnet, um die Eierstöcke zu entfernen. Als Budget-Orientierung nennt der Rücklagenrechner 300 bis 800 Euro (Stand August 2026). Der Aufpreis gegenüber dem Rüden kommt vom größeren Eingriff, die breite Spanne vom Steigerungsfaktor.

Foto: Tima Miroshnichenko via Pexels
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Die GOT 2022 legt für jede Leistung einen Netto-Basissatz fest. Bei der Kastration der Hündin fallen typischerweise an:
- die allgemeine Untersuchung mit Beratung vor dem Termin (GOT-Nr. 16, Basissatz 23,62 Euro netto)
- die Narkose, meist eine Kombinationsnarkose über die Vene (GOT-Nr. 330, Basissatz 31,47 Euro), je nach Praxis ergänzt um eine Inhalationsnarkose (GOT-Nr. 337)
- die Narkoseüberwachung, abgerechnet je angefangene 15 Minuten (GOT-Nr. 282, Basissatz 18,29 Euro je Einheit), bei der Hündin länger als beim Rüden
- der Eingriff selbst, die Ovarektomie, also das Entfernen der Eierstöcke (GOT-Nr. 600, Basissatz 128,27 Euro)
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Ein Rechenbeispiel
Ein vereinfachtes Beispiel mit den vier Kernpositionen und dem 2-fachen Satz. Eine echte Kostenschätzung im Rechner enthält mehr Positionen, etwa Infusion und Monitoring.
- Allgemeine Untersuchung mit Beratung (Nr. 16): 23,62 Euro × 2 = 47,24 Euro
- Kombinationsnarkose intravenös (Nr. 330): 31,47 Euro × 2 = 62,94 Euro
- Narkoseüberwachung, 2 × 15 Minuten (Nr. 282): 18,29 Euro × 2 × 2 = 73,16 Euro
- Ovarektomie (Nr. 600): 128,27 Euro × 2 = 256,54 Euro
Summe netto: 439,88 Euro. Mit 19 Prozent Umsatzsteuer sind das rund 523 Euro brutto. Beim durchgehend 1-fachen Satz wären es etwa 262 Euro, beim 3-fachen rund 785 Euro. Das deckt sich mit der Budget-Orientierung von 300 bis 800 Euro. Der große Unterschied zum Rüden steckt in einer einzigen Zeile: Der Basissatz der Ovarektomie ist fast doppelt so hoch wie der der Rüden-Kastration.
Warum die Hündin teurer ist als der Rüde
Beim Rüden werden die Hoden von außen entfernt, ein kurzer Eingriff. Bei der Hündin liegen die Eierstöcke in der Bauchhöhle. Der Chirurg öffnet die Bauchdecke, löst die Eierstöcke und verschließt die Bauchwand in mehreren Schichten. Bei der klassischen Variante wird die Gebärmutter mitentfernt. Das dauert länger, die Narkose ist tiefer, die Überwachung aufwendiger.
Auch das Gewicht der Hündin wirkt sich aus. Eine große Hündin braucht mehr Narkosemittel, die Bauchdecke ist dicker, der Zugang zu den Eierstöcken tiefer. Das verlängert die Narkosezeit, die je 15 Minuten abgerechnet wird, und rechtfertigt oft einen höheren Steigerungsfaktor. Deshalb liegt eine Kastration bei einer 40-Kilo-Hündin regelmäßig am oberen Rand der Spanne, bei einer kleinen Hündin am unteren.
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Warum die Spanne so breit ist
Auf jeden Basissatz legt die Praxis einen Steigerungsfaktor zwischen dem 1- und 3-fachen Satz (§ 2 Abs. 1 GOT 2022). Er richtet sich nach der Schwierigkeit der Leistung, dem Zeitaufwand, dem Zeitpunkt, dem Wert des Tieres und den örtlichen Verhältnissen. Eine große, übergewichtige Hündin bedeutet mehr chirurgischen Aufwand als eine schlanke Junghündin. Eine Klinik in der Stadt rechnet im Schnitt höher als eine Landpraxis. Über den 3-fachen Satz hinaus braucht es eine schriftliche Vereinbarung vor der Behandlung (§ 5 Abs. 1 GOT 2022). Ein Preisvergleich am Telefon hilft deshalb wenig; belastbar ist eine schriftliche Kostenschätzung für deine Hündin.
Was auf der Rechnung noch dazukommt
Nicht in den GOT-Sätzen enthalten sind die Umsatzsteuer (19 Prozent, § 1 Abs. 3 GOT 2022) und das verbrauchte Material: Nahtmaterial, Narkosemittel, Schmerzmittel für die Tage danach, der OP-Body. Diese Kosten dürfen nach § 7 Abs. 2 GOT 2022 gesondert berechnet werden (amtlicher Text). Du bekommst sie nach § 7 Abs. 4 GOT 2022 auf Verlangen einzeln ausgewiesen. Bei einer geplanten Kastration bleibt der Materialanteil klein. Deutlich teurer wird es bei Komplikationen oder wenn die Hündin sehr groß ist.
Der teure Gegenfall: die nicht kastrierte Hündin
Wird nicht kastriert, steigt das Risiko einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra), vor allem bei älteren Hündinnen einige Wochen nach der Läufigkeit. Das ist ein Notfall: Die entzündete Gebärmutter muss operativ entfernt werden, oft nachts oder am Wochenende, mit Kreislaufstabilisierung vorher. Die Rechnung liegt um ein Mehrfaches über der geplanten Kastration.
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Für die teuren Fälle vorsorgen
Die geplante Kastration ist gut kalkulierbar. Teurer und schwerer planbar sind die ungeplanten Fälle, etwa eine Notfall-Operation oder eine chronische Erkrankung. Dafür brauchst du eine Rücklage, eine Versicherung oder beides.
Der Vergleich beider Wege steht in OP-Versicherung oder Rücklage, die Optionen im Überblick in der Absicherungs-Übersicht für Hunde. Was die Kastration beim Rüden kostet, steht in Kastration beim Rüden: Was kostet das wirklich?.